lunes, 10 de marzo de 2008

Wasser in Tossa de Mar

Jedes Jahr beginnt ab dem Herbst das Warten auf Regen. Während Hotels und Restaurants in Tossa ihre Porten schließen, einige der Besitzer ihren Urlaub nehmen und die Angestellten wieder einen Winter ohne Arbeit verbringen müssen, wartet die Natur auf Regen, denn nach den heißen, trockenen Sommermonaten sind die Reserven zu Ende und selbst die Pfahlwurzeln von Korkeiche oder Erdbeerbaum finden kaum noch die lebensnotwendige Flüssigkeit.


Aber auch Vögel, Insekten, Spinnen und all die anderen Tiere der Umgebung Tossas brauchen, wie auch die Menschen, Flüssigkeit zum Überleben. Und jedes Jahr wird die Flüssigkeit Wasser weniger, der Regen geringer, die Reservoire leerer.

Der erste Gedanke wäre nun natürlich dem Hotelbau, dem Bau von Ferienwohnungen und dem Erschliessen von Campingplätzen ein Ende zu bereiten, zumal die Klimaveränderungen diese Wassernot jedes Jahr vergrößert, aber es schient leider so, als würde jeder Baum, jede Pflanze und jedes Tier geopfert bevor die Tatsache akzeptiert wird, dass die Grenze erreicht ist. Immer noch ist jeder ausländische Investor willkommen in Tossa und die Baukräne sind die ersten "Kraniche" die auf ein neues Gebäude hinweisen, das erneut ein Wasserverbraucher wird und der Natur an das wichtigste Gut geht.

Dieses Jahr wurden in Katalonien bereits Springbrunnen abgestellt und Maßnahmen in die Wege geleitet, den Wasserverbrauch (der Bewohner) zu senken. Gärten dürfen nicht mehr gegossen werden und private Pools müssen leer bleiben. Landwirte werden ohne Einnahmen auskommen müssen und die Natur wird wieder etwas mehr sterben.

Nur ein Gedanke ist im Moment wichtig, auch für die Stadtverwaltung Tossas. Wie kann man en Wassermangel vor den erhofften Touristen verbergen und wie kann man jeden Touristen zufrieden stellen, nicht mit Freundlichkeit (die bisweilen mangelt), sondern mit Wasser. Natürlich muss das Salzwasser kräftig abgeduscht werden, selbst wenn für jeden Touristen eine Pflanze und ein Tier sterben wird. Wasser ist lebensnotwendig, aber nicht nur für Touristen.

Aber vielleicht gäbe es auch andere Lösungen wie Aufklärung oder die Duschen und Wasserhähne zeitlich zu steuern, Handtücher nicht mehr täglich zu wechseln … und vielleicht wäre es auch sinnvoll, den Touristen schon heute auf das Morgen vorzubereiten, denn jeden Besucher von Tossa den Einwohnern vorzuziehen bedeutet Hass auf Touristen zu schaffen.Die Natur zu zerstören bedeutet ebenfalls nicht an Morgen zu denken, denn anspruchsvoller Tourismus will auch den Parc de Sa Riera behalten und in den Cadiretes spazieren können, dort Rad fahren dürfen und nicht nur tote Bäume sehen.

Wasser zu haben ist ein Privileg, man sollte jedoch daran denken, dass Tiere und Pflanzen in Tossa waren lange bevor der erste Tourist den Weg in diese kleine Stadt fand.